Kali Yuga- das Zeitalter des Streits.


Kali Yuga und die vedische Sicht von Zeitzyklen.

Obwohl wir auf einem atemberaubend schönem Planeten leben, der liebevoll “der blaue Planet” genannt wird, ist unsere aufgezeichnete Geschichte bis zur Gegenwart alles andere als schön- höchstens atemberaubend.
Kriege, Auseinandersetztungen und Konflikte soweit das Auge reicht.
Die alten Veden, in Sanskrit aufgeschrieben, sagen uns, daß die Erde und die Menschen auf ihr durch vier Zyklen unterschiedlicher Qualitäten gehen. Die Weisen der Vorzeit erklären die Zeit nicht linear, sondern zyklisch und diese Zyklen wurden Yugas genannt. Auch andere Völker wie die Mayas hatten eine zyklische Vorstellung von der Zeit.

Genau wie es vier Jahreszeiten gibt, in denen die Natur sich qualitativ verändert, gibt es auch vier Yugas, eingebettet in einem großen Zyklus ,Mahayuga genannt.
Das erste Yuga ist das längste und jedes weitere Yuga wird systematisch kürzer (4:3:2:1). Am Ende startet der ganze Zyklus wieder von Anfang an.

Die vier Yugas.

Alles beginnt mit Saya Yuga.  Es ist die Zeit der Perfektion und Wahrheit. Die Menschen sind ehrlich, jugendhaft, voller Kraft und tugend. Es gibt keine Krankheiten und keine Angst.
Die Religion wird allgemein im Hinduismus mit einem Stier verglichen- die Beine des Stieres werden mit den vier Säulen der Religion verglichen – Reinheit, Barmherzigkeit, Enthaltsamkeit und Wahrhaftigkeit.
Während der Satya Yuga steht das Stier auf seinen vier Beinen, was zu einer perfekten Harmonie unter den Menschen und der Erde führt.
Es wird das Goldene Zeitalter genannt und die Menschen leben 100 000 Jahre. Meditation ist das religiöse dharma (Pflicht) in dieser Zeit.

Dannach folgt das Treta Yuga. Es wird das Silber Zeitalter gennant. Die Tugend fängt hier allmählich an zu schwächeln. Das erste Bein des Stiers wird weggeschlagen. Große Könige betreten die Bühne, was zur Spaltung der Einheit führt und Kriege erzeugt. Noch sind die Könige jedoch großartige Wesen, die die Menschen zu ihrem Wohle führen können. Überfluss ist immer noch vorherrschend. Die Menschen leben 10 000 Jahre und vorführen gewaltige Opfer Zeremonien, die sowohl materiell noch in ihrer Dauer kaum vorstellbar sind.
So wie sich der Zustand der Menschen zu verändern beginnt, beginnt auch das Wetter an sich zu verändern. Die Extreme nehmen zu.

 

Dvapara Yuga ist das dritte Yuga. Die Menschen leben nur noch 1000 Jahre. Hat die Gesundheit der Menschen bereits im Treta Yuga nachgelassen, so tauchen im Dvapara Yuga immer mehr Krankheiten auf. Das Ayurveda wird wohl hier seinen Ursprung haben, in dem die Wiedererlangung der Balance ein Hauptthema ist. Am Ende dieses Yugas wird das dritte Standbein, die Reinheit, weggeschlagen sein. Mit Reinheit ist nicht nur die Körperliche Reinheit, sondern hauptsächlich die Sexuelle gemeint. Mit sexueller Reinheit ist die Vermeidung von Zeugung von unerwünschter Nachkommenschaft gemeint. Die Zeugung von Kindern ist in den Veden eine Wissenschaft an sich, bei dem viele Vorkehrungen und Opfer im Vorfeld getroffen sein müssen. Unerwünschte Nachkommenschaft, die heute  jährlich allein in Deutschland in Form von 100 000 abgetriebenen Föten entsorgt wird, wurde in den Yugas davor sorgsam vermieden, um nicht die Balance in jeder Hinsicht, nicht nur in ökonomischer, zu stören.  Unzählige Abbilder an alten Tempeln deuten auf eine verstärkte Auseinandersätzung mit der Sexualität an der Schwälle zu unserem gegenwärtigem Yuga.

Mystische Yogi, der nicht Gott- Hingegeben ist, muss sich für lange Zeit schwerste Entsagungen auferlegen, um seinen Geist & Sinne zu beherrschen. Im Kali Yuga ist das nicht mehr durchführbar.
Mystischer Yogi, der nicht Gott- Hingegeben ist, muss sich für lange Zeit schwerste Entsagungen auferlegen, um seinen Geist & Sinne zu beherrschen. Im Kali Yuga ist das nicht mehr durchführbar.

Unser gegenwärtiges, das vierte Yuga, heißt Kali Yuga. Hier wird das letzte Standbein weggeschlagen- die Wahrhaftigkeit. Man muss nur die Tageszeitung aufschlagen, um einen Beweis dafür zu finden. Es wird allgemein das Yuga des Streites und Zanks genannt. Menschen fallen aus bereits kleinsten Impulsen übereinander her und jeder noch so kleine Funken kann zu einem Krieg führen. Neid, Mißgunst, Hass und Dummheit dominieren die Menschheit. Gewissenlose Führer sitzen an Machtpositionen und lenken die Masse zu eigenen Zwecken.
Die Menschen verlieren enorm an Kraft, Energie und Vitalität. Krankheiten und vorzeitiges Altern läßt sie höchstens nur noch 100 Jahre alt werden. Die Nahrung ist “unsauber” und Wissen verliert an Wert. Genau wie der Mensch den Kontakt zu sich selbst verliert, gerät auch die Natur außer Rand und Band.
Tierschlachten zum reinen Genuss beginnt in diesem Zeitalter. In Dvapara Yuga war dies noch absolut tabu. Nur in bestimmten Rituallen und nur durch Brahmanen wurden damals gelegentliche Tieropfer vollzogen.
Die gute Nachricht ist, dieses Yuga ist das kürzeste und am Ende beginnt der neue Zyklus.

Empfehlungen

Für jedes Yuga gibt es bestimmte Empfehlung bezüglich religiöser Aktivitäten. Religion heißt nichts anderes als Pflichten, die jeder ausführen sollte, um sich zu reinigen und um auf ein höheres Niveau zu steigen.
In Satya Yuga war es den Menschen möglich sich für viele Jahre in die Meditation zurück zu ziehen, um Befreiung zu erlangen. Sowohl Zeit, als auch die Ruhe standen dafür zur Verfügung. In Treta Yuga haben die Menschen Opfer dargebracht. In Dvapara Yuga fand verstärkt Gottes Verehrung statt. Für Kali Yuga wird nur noch das Hören & chanten von Gott empfohlen, das den spirituellen Funken in jedem wieder erwecken soll. Mit der Berührung mit unserem materiellen Körper verlieren wir unser Wissen über die spirituelle Welt. Die Liebe zu Gott, das Sich-Ergeben, das Sich- Erinnern, um den stürmischen Ozean des Kali Yuga zu überstehen, ist das einzige, was in diesem Zeitalter noch aufgrund des vortgeschrittenen Verfalls empfohlen wird.
Auf die gesellschaftliche Wahrhaftigkeit kann keiner mehr zählen, so zählt die Eigenverantwortung um so stärker.
So ist das Kali Yuga nicht nur das schwierigste Zeitalter, sondern auch das geeignetste, um große Vortschritte in der spirituellen Entwicklung zu machen. Nur was man einmal wirklich ganz alleinen gemacht hat, sitzt auch am besten und für immer.

 

 

 

 

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