Spiritualität- Meister des Bewußtseins.


 

Sieht Spiritulität irgendwie aus? Kann man sie an irgend etwas erkennen?

Spiritualität hat nichts mit äußeren Merkmalen zu tun, sie ist einzig und alleine eine innere Einstellung und Ausrichtung.
Viele Menschen, die sich dem spirituellen Leben zuwenden, werden zunächst von äußeren, rein jeweils traditionsbedingten Merkmalen angezogen. Ihre Wohnungen riechen nach zu viel Räucherstäbchen, sie bevorzugen bestimmte Farben oder belegen gleich zehn Yogakurse, um anschließend mit ernsthaften Gesichtern jedem von ihrem neuen Weg zu berichten. Diese Form der Spiritualität ist lediglich ein Lifestyle.
Spiritulität hat rein gar nichts mit Äußerlichkeiten zu tun. Man kann sehr wohl mit Gummistiefel auf einem Feld stehen und dennoch spirituell sehr vortgeschritten sein. Spiritualität hat auch nichts mit Vegetarismus zu tun. Nicht jeder Vegetarier ist gleich ein spirituell hoch entwickelter Mensch. Und nicht jeder Fleischesser ist unspirituell. Und Spiritualität hat auch absolut nichts mit Intelligenz zu tun. Ein einfacher Arbeiter kann was Spiritualität angeht, einem dreifachen Professor absolut überlegen sein. Mit dem Grad der spirituellen Entwicklung wächst das Verständnis von Leben und Gesetzen, aber es ist eine andere Form von Wissen, als die akademische Wissensgewinnung.

Wenn man auf dem Weg der Spiritualität vortschreitet, wird sich natürlich allmählich der Lebensstil verändern- aber der hat meistens eher mit “etwas weniger” als “etwas mehr” zu tun. Es ist auch möglich, daß man sich tatsächlich auch zu bestimmten Rituallen wie Räuchern oder Klang oder Farbwahl hingezogen fühlen wird, um bestimmte Entwicklungsstuffen zu verstärken und sehr wahrscheinlich wird man auch sehr feinfühlig Tierleiden gegenüber- allein aber sagen diese Attribute rein gar nichts über die Spiritualität eines Menschen aus.

Die Spiritualität hat auch nicht viel mit Perfektion zu tun. Wer einen spirituellen Weg einschlägt- ob freiwillig oder vom Schicksal (Karma) geschubst- wird sich meistens erst im wahren Chaos wieder finden.
Ähnlich wie Schamanen, die über Jahre psychische und körperliche Krankheiten bis zum Wahnsinn durchleben, bevor sie ihren Platz als Heiler und Vermittler einnehmen können, wird auch ein spirituell Suchender erst durch seine Abgründe geführt, bevor Ruhe, Gelassenheit und Liebe einkehrt- meistens mit einer klaren Aufgabe vor Augen.

Blumen
Blumengirlande.

 

Traue keinem Meister, der nicht lacht.

Spiritulität hat auch nicht wirklich was mit Ernsthaftigkeit zu tun. Mit Disziplin- ja. Meister lassen sich nie gehen. Und mit viel Humor. Leichtigkeit und Schalk sind sehr gute Indizien dafür, einen wahren spirituellen Meister vor sich zu haben. Spirituelle Entwicklung führt zum Balastabwerfen und zur Verwirklichung von Liebe. Lehrer, Meister, Prediger, die mit ernsten Mienen Menschen belehren und ihnen womöglich schlechtes Gewissen einreden wollen, sind höchstens trockene Spekulanten, aber ganz bestimmt keine verwirklichten Seelen. Da kann man auch zu einem Bäcker gehen und sich seine Theorien über Leben und Tod anhören. Oder einem Fahrradklempner oder einem Monteur. Die Wirkung wird sehr gering ausfallen.
Verwirklichte Seelen, die sehr weit vortgeschritten sind, werden uns nicht mit Worten und dem Verstand zu erreichen versuchen. Es ist etwas viel tieferes und stärkeres, das aus solchen Wesen mit uns kommunitziert. In der Nähe von verwirklichten Seelen spürt man sofort eine Erleichterung, bedingugslose Liebe und bedingugsloses Vertrauen. Wir werden zu dem, was wir wirklich sind- Kinder. Normalerweise wollen Menschen alles Beherrschen, alles unter Kontrolle haben, selbst bestimmen- aber die Realität unserer Existen ist ganz anders. Wir sind lediglich Diener einer Höheren Macht, die durch uns hindurch wirkt. Unsere Freiheit, Wissen und Fähigkeiten wachsen mit dem Grad, mit dem wir uns dieser Kraft ergeben.  Die höchsten Meister sind diejenigen, die ihr Ego völlig aufgegeben haben. Das scheint für den Verstand ein Paradoxon zu sein, aber es nicht der Verstand, der die Welt Manifestiert. Der Verstand urteilt nur, erschafft aber nichts.

 

Meister sind wahre Energiegeneratoren, die an unserem Verstand vorbei direkt mit etwas viel tieferem in uns kommunizieren. Das ist auch der Grund, warum es in Indien die Tradition gibt, solche Gurus persönlich zu treffen. Menschen pilgern zu diesen verwirklichten Wesen, weil in ihrer Nähe ein direkter Energieaustausch stattfindet. Sie sind wie Batterien, in deren Nähe uns ein Licht aufgehen kann. Sie übermitteln Wissen auf eine direkte Weise, also werden  moralische Predigten das letzte sein, womit sie uns beschäftigen werden.
Wenn man in der Nähe eines Meisters nichts fühlt, höchstens vielleicht von seiner Erscheinung oder Darbietung auf rein mentaler Ebene beeindruckt ist, ist er wahrschenlich auch kein echter Meister oder zumindest nicht der richtige Meister für einen selbst.

Krishna
Sri Krishna. Transzendentaler Meister.

Eigenschaften von Meistern.

Meister, die einem auf dem spirituellen Weg helfen können, tragen nicht alle nur einen Lendeschutz. Sie sind auch nicht nur an heiligen Orten zu finden. Sie sind genaugenommen überall. Und sie sind auch nicht alle alt.
Ein Meister ist ein Mensch, der sich selbst verwirklicht hat. Ein Meister hat sein beengendes Ego, das herrschen und manipulieren möchte, aufgelöst. Wo kein Ego mehr existiert, gibt es auch keine Angst mehr. Können Sie sich selbst einmal ohne eine von den vielen existentiellen Formen der Angst vorstellen? Alles loslassen und das Sicherheitsnetzt einer höheren Kraft spüren? Nur wo Angst keinen Raum mehr hat, kann bedingungslose Liebe fliessen. Und nur bedingugslose Liebe handelt in völliger Freiheit.
Wenn wir in diese materielle Welt eintreten und einen materiellen Körper annehmen, sind wir der Gewalt des jeweiligen Körpers ausgeliefert. Im materiellen Dasein ist alles vergänglich und voller Gefahren. Wir müssen ums Überleben kämpfen, altern, werden krank, haben Hunger, Durst, müssen uns um unseren Nachwuchs kümmern. Wir müssen ständig uns und andere schützen. Jeden Augenblick kann diese zerbrechliche Hülle einem Unfall zu Opfer fallen.
Solange wir uns mit unserm materiellen Körper identifizieren, sind wir Sklaven seiner naturbedingten Eigenschaften. Wir erleben Hass, Wut, Trauer, Angst, Gier, Begierden und alles was noch so zum menschlichem Erlebnisspektrum gehört.
Solange wir glauben, daß dieser Körper wir sind, werden wir von der Materie beherrscht.
Es gibt aber noch einen anderen Teil in uns, der alles beobachtet. Wenn wir uns dessen bewußt werden, merken wir, daß wir seit unserer Kindheit uns nicht verändert haben. Dieses Etwas, das in uns beobachtet, bleibt immer gleich. Es sieht uns durch alle möglichen Zustände stolpern, mal wie wir glücklich sind, lachen, dann wieder wie wir zu tiefst zerschlagen sind, Kummer haben, weinen, vielleicht sogar unser Leben beenden wollen.
Dieses Etwas, dieses rein Beobachtende in uns,  ist unser Bewußtsein. Dieses Bewußtsein hat das Potential, entwickelt zu werden und uns dabei zu helfen, über unsere körperlich- materiellen Eigenschaften hinaus zu wachsen. Dieses Bewußtsein steht über der Materielle. Dieses Bewußtsein kann trainiert werden.

Methoden, um das Bewußtsein zu stärken.

Um sich seiner Selbst bewußter zu werden und damit den Schrecken unserer materiellen Natur zu entfliehen, gibt es mehrere Methoden. Meditation ist eine der besten Wege den inneren Raum in uns zu vergrößern und zu kultivieren. In der Meditation wird die Atmung verlangsamt, die Körperfunktionen kommen zur Ruhe, der Geist wir allmählich beruhigt. Allein diese Körperlichen Wirkungen können einen enormen Einfluß auf unsere tägliche Weltsicht haben. Wir werden Streßresistenter und lassen uns nicht mehr so schnell und kopflos in Alltagsdramen verwickeln. Wir lernen Abstand zu allem zu entwickeln. Die materielle Welt ist nun mal so beschaffen, daß sich Konflikte schnell entzünden, auch ohne unser zutun. Da wir immer nur uns selbst hören, mißverstehn wir allzu oft die anderen, was zu Reibungen führt. Durch Meditation lernen wir nicht mehr alles persönlich zu nehmen. Wir akzeptieren was auch immer uns begegnen mag, lassen uns aber nicht mehr hineinverwickeln.

Meditation kann viele Formen haben, es muß nicht unbedingt der Schneidersitz sein. Allerdings sitzen im Schneidersitz hat eine günstige Wirkung auf unsere Haltung und den Energiefluss in unserer Wirbelsäule. Dieser Sitz ist wichtig, um einen meditativen zustand zu vertiefen.
Für eine Bewußtseinserweiternde Meditation können aber auch andere Methoden verwendet werden. Langer Spaziergang, Musikhören, Autofahren, Joggen, Malen, Regentropfen auf einer Fensterscheibe beobachten- alles, was dabei hilft den Geist abzuschalten. Einfach grade auf einem Stuhl sitzen und nur der Atmung folgen, wirkt auch sehr schnell.

 

Meditation
Meditation.

Yoga

Yoga wird in der Regel vor einer ausgedehnten Meditation praktiziert. Die Abfolge von bestimmten Asanas, also Körperhaltungen bringt den Körper ins Gleichgewicht und löst Spannungen. So wie sich die Körperfunktionen beruhigen, wird auch der Geist allmählig ruhiger. Das ist die beste Vorraussätzung, um in einen tiefen meditativen Zustand zu fallen.

Je weniger wir uns von unserer materiellen Natur beherrschen lassen und ihre Wirkungen transzendieren, desto größer wird der Raum in uns selbst. Alles ist Energie und wir können bestimmen, in welche Richtung wir unsere Energie fliessen lassen- materielle Verstrickungen, die nie ein Ende haben oder die Selbsterkenntnis, die uns auf ein neues, achtsames Lebensniveau zum Wohle aller anheben lassen wird.

 

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