Religion- Im Namen der Selbst-Entfaltung.


 

Religion- was bedeutet das eigentlich?

Religion ist ein Thema, das viele Gemüter in heutigen Zeiten sehr aufwühlt. Aber was ist eigentlich Religion? Wie definieren wir Religion? Das erste, was wir wahrnehmen, wenn wir uns mit Religionen beschäftigen, sind reine Äußerlichkeiten. DIE Muslima trägt einen Kopftuch, DER Moslem trägt einen Bart, DER Buddhist hat immer einen kahlgeschorenen Kopf und trägt orangene Kleidung, DER Jude hat Ringellöckchen und auch einen Bart, DER Hindu trägt auch orangene Gewänder, wenn überhaupt und hat einen Punkt an der Stirn. Und so weiter und sofort. Aber was bedeutet das alles? Und DER Christ..ja, wie sieht der eigentlich aus? In Zeiten, wo sich Europa in ihren Werten bedroht fühlt, wird gerne auf die christlichen Tradition hingewiesen. Etwas verwunderlich, denn es war die Französische Revolution, die das Ende der sinnlosen Morde der christlichen Tradition und ein neues, mehr auf Vernunft gebautes Kapitel der europäischen Geschichte einläutete. Die Französische Revolution holte das  im Vergleich zum Rest der damaligen Welt ziemlich verwahrloste Europa aus ihrer Dunkelheit und Dreck heraus. Die Menschen wurden von Werten wie Scheiterhaufen, Folter, Kreuzzüge und Mordschlag an allem, was gewisse Intelligenz aufwies, befreit. Auch die Sonne durfte ihren Platz wieder einnehmen und die Erde um sich kreisen lassen. Ich denke also, daß kaum diese Werte verteidigt werden wollen, sondern viel mehr die Werte der Aufklärung. An den leeren Kirchen kann man auch sehen, daß diese Tradition nicht wirklich viele begeisterte Anhänger hat.
Ganz abgesehen von christlichen Werten wie Bescheidenheit, Nächstenliebe, Gewaltlosigkeit- ich finde sie in der Gegenwart niergendwo.

Aber zurück zur Religion. Versuchen wir mal für einen Augenblick die Äußerlichkeiten, die sich irgendiwe auch alle ähneln, kurz zu verlassen und in die Inhalte reinschauen.

Tempel
Baum Tempel.

Eine Gemeinsamkeit aller religiösen Theorien.

Religionen haben alle das eine Gemeinsam, daß sie mit einer anderen Wirklichkeit dielen. Es gibt einmal die materielle Welt um uns herum, die strukturiert werden muß, damit keiner verhungert und seine Bedürfnisse ausleben kann. Und es gibt laut der Tradition ALLER Religionen noch eine andere, spirituelle Welt, die sich unserer Sicht entzieht, aus der wir jedoch kommen und auch wieder hingehen werden.
In jeder Religion gibt es irgendwelche Schriften, auf die sich die Menschen berufen. Die Formen, Inhalte und Entstehungsgeschichten mögen sich unterscheiden, aber alle haben eins gemeinsam: den Glauben an eine andere, nicht materielle Welt, die der jetzigen überlegen ist, weil sie ewig ist. Ergibt auch Sinn, sich mit solchen Themen zu beschäftigen, da wir geboren werden und auch wieder sterben. Niemand bleibt für immer hier. Unsere materielle Welt ist für jedes Individuum vergänglich.

Sich in so einer Welt wieder zu finden, wirft tatsächlich viele Fragen auf.

Auch zur Schamanistischen Weltsicht gehört eine nicht mit unseren fünf Sinnen erfassbare Realität dazu.

Wenn wir mit unserem Sehen, Hören, Schmecken, Riechen und Tasten nur diese Welt erfahren können, wie kann es sein, daß  Menschen quer durch die Geschichte und quer durch alle Stämme schon immer von einer anderen, nicht materiellen Welt sprechen?
Wie man sie erreichen kann, wie sie genau beschaffen sein soll oder wie der jeweilige Gott heißt, variert hier und dort, aber das Prinzip bleibt überall das selbe- wir sind hier, nur um etwas höheres zu erreichen.

 

Moderne und der Kommunismus.

Der Versuch der Moderne mit ihrer Evolutionstheorie und des Kommunismus die Religion als Unfug hinzustellen und sie notfalls auch an der Wurzel, also mit Gewalt, auszurotten, hat sich langfristig nicht durchsetzen können. Die Auswirkungen einer solchen rein materiellen Theorie hat zur besinnungslosen Plünderung der Erde eingeladen und hat die Menschen in eine tiefe Sinnkriese gestürzt, die sich vor allem in dem rasanten Anstieg von depressiven Erkrankungen und völliger Desorientierung bemerkbar macht.

Der reine Konsum und Sinnenbefriedigung, die in einem solchen System dem Menschen allein übrig bleiben, scheinen dem Menschen nicht gut zu tun.

Welche Herausforderungen hat ein Mensch noch, der einer höheren Perspektive beraubt ist? Er wird zu einer Made im Speck, die das letzte aus dem Gegebenen zu holen versucht- ohne Rücksicht auf die folgenden Generationen und ohne Rücksicht auf seine Mitstreiter. Frei nach dem Motto: “Nach mir die Sinnflut” torkelt die Moderne satt und depressiv in ein apokalyptisches Nichts.

 

Stein Tempel
Stein Tempel.

 

Wurzel der Religionen.

Da wir nicht die erste und wahrscheinlich auch nicht die letzte Zivilisation sind, die merkt, daß Brot allein nicht satt macht, gab es schon immer Versuche den Ursprung und Grund unserer Existenz zu verstehen. Genau wie heute überall sich Menschen wieder spirituellen Wegen öffnen und Yoga Kurse, Schamanisches Trommeln oder Kontemplationskurse in Klöstern belegen, so lag es dem Menschen schon immer, Fragen über das Leben zu stellen. Tausende Jahre bereits vor uns gab es Menschen, die sich diesem Thema mental wie auch auch durch andere Techniken zu nähern versucht haben. Mit dem Denken kommt man sehr schnell an seine Grenzen, aber das gute beim Denken ist, daß es über sich selbst nachdenken kann und seine eigene Beschaffenheit verstehen kann. So versteht das Denken zum Glück recht schnell, daß es sich nur in einem bestimmten Rahmen bewegen kann und mit seinem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nicht über etwas, das darüber hinaus zu finden sein soll, sinninieren kann. Wenn man so Nächte lang über etwas sinniert und vor Aufregung kaum etws essen kann und womöglich auch noch ständig in Bewegung ist, weil beim gehen das Denken einfach besser klappt, kann es sein ,daß man durch diese körperliche Erschöpfung in einen anderen Zustand fällt, der einem meditativen Zustand ähnlich ist. Und in einem solchen Zustand geschieht es oft, daß man plötzlich Informationen unmittelbar erhält, ohne über sie vorher nachgedacht zu haben. Ähnlich wie in Träumen, in den wir ganze Zusammenhänge unmittelbar “erfahren” können und es uns anschließend schwer fällt sie zu artikulieren, erhalten wir auch in meditativen Zuständen Wissen.

Solche Erlebnisse können der Beginn einer individuellen Begegnung mit der Metaphysik sein.

Oder Menschen werden von einem Schicksalschlag überrascht, haben vielleicht eine Nahtod Erfahrung und plötzlich kommt der Stein ins Rollen. Man hat etwas erfahren, was jenseits des Verständnisses innerhalb der fünf -Sinne- Erfahrung liegt.

 

Frühere Zeiten.

In früheren Zeiten war der Mensch viel öfter Außnahmetzuständen ausgesetzt. Winter und Frühlingsfasten, was bis heute in der Christlichen Tradition unreflektiert fortgesetzt wird, waren die Regel. Körperliche Außnahmezustände katapultieren den Menschen in eine neue Erfahrungsebene. Schamanen oder auch andere Religiöse Gruppen pflegen bis heute das Sich- in- die- Trance- Tanzen. In dem Moment, indem der Körper und sein Verstand ausgeschaltet werden, öffnet sich eine Pforte zu einer anderen Wissensquelle. Erschöpfung ist eine gute Vorraussetzung für solche Erfahrungen.
Für die Menschen der Vorzeit wird das ein fester Bestandteil ihrer Alltagserfahrung gewesen sein. Deswegen finden wir, je weiter wir in die Vergangenheit reisen, immer mehr Schriften, wie zum Beispiel die Veden, die sich mit solchen Wissen beschäftigen.
Hat man erstmal das Prinzip verstanden, ist es möglich die Techniken auszubauen. Wir sehen hier möglicherweise die Geburt von kontrollierter, künstlich herbeigefürter Meditationspraxis und vielleicht auch Yoga, die die Wichtigkeit des Zustands des Körpers für metaphysische Erfahrungen erkannte und zu perfektonieren began.

 

Glaube, glauben- Gegenteil von schon bereits wissen.

Ein Wissen, das wir durch andere Zustände erfahren, sind nur der Beginn einer Reise. Da sie nur persönlich erfahren werden können und von jedem persönlich verwirklicht werden müssen, beginnt hier die Religion. Menschen, die in der Vorzeit es geschafft haben einen Einblick in die andere Ebene zu erhalten, versuchten dieses Wissen auch den anderen zugänglich zu machen. Da kam der Glaube ins Spiel. Die anderen mußten glauben, daß, wenn sie bestimmte Regel befolgten und sich von anderen Dingen wiederum vielleicht zurückziehen mußten, auch einen ähnlichen Zustand erreichen konnten, in dem Wissen und Vollkommenheit auch für sie zugänglich wurden.

 

Weise, Propheten, Heilige.

Die Menschen, die ein solches Wissen verwirklicht haben, konnten schlecht irgendwelche Hanswurste sein, die die Masse leicht blenden konnten. Verwirklichten Menschen wird nachgesagt, daß sie eine unermäßliche Kraft und LIEBE ausstrahlen. Normalerweise sind Menschenmassen nur da zu finden, wo es was zu kriegen gibt- materielle Dinge. Was hatte also ein Buddha zu bieten, der nichts besaß und unter einem Baum saß? Trotzdem soll er Maßen an Menschen angezogen haben, die alles aufgaben und ihm folgten.  Sein Name bewegt bis heute Millionen von Menschen. Waren und sind das alles nur Geistesgestörte, die dem Masochismus verfallen waren? Und warum füht es sich so wohl an, in der Nähe solcher Menschen Zeit zu verbringen?
Auch Jesus soll völlige Bescheidenheit, Gewaltlosigkeit und Liebe gepredigt haben. Der Koran, von Mohamed geschrieben, soll ein Wunderwerk der Sprache sein, die von keinem Menschen bis heute vergleichlich nachgemacht werden konnte. Deswegen soll er auch im Original gelesen werden.
Auch Helden der Hinduistischen Tradition, wie Rama oder Krishna waren Muster an Enthalsamkeit ,gepaart mit faszinierenden Fähigkeiten, die das materielle Verständnis von Gesetzen sprengten.

In Indien gibt es bis heute Weise, Yogis und Heilige, die sich der religiösen Praxis völlig ergeben haben und Tausende von Menschen in ihre Bahnen ziehen. Auch bei uns gab es im Laufe der Geschichte Mönche, Asketen, Einsiedler, Nonnen und Heiler, die Menschen angezogen haben.
Und sie alle folgten, vom reinen Glauben getrieben, bestimmten religiösen Prinzipien.

Licht
Zeremonielles Kerzenritual.

Fazit

Religion ist eine Wissenschaft, die dem Menschen hilft, vollkommen zu werden. Die materielle Welt ist vergänglich und es gab schon immer Menschen, die die Fesseln dieser Welt gesprengt haben und uns den Weg zeigen wollten, das selbe zu erreichen- den Tod zu überwindenn und dauerhaften, persönlichen Frieden zu erhalten.

Religion ist keine spekulative Wissenschaft, sondern entfaltet sich rein durch ihre Praxis.

Praxis ist das essentielle an Religionen. Wer nicht praktiziert, kann nicht mitreden. Genau wie ein Arzt erst einpaar Leichen aufschneiden muß, um den menschlichen Körper genau zu kennen. Reines Spekulieren bringt ihn da nicht weiter. Auch ein Sportler muß erst ein paar Tausen Kilometer gelaufen sein, bevor er zum Sieger wird.
Da es unterschiedliche Richtungen gibt, wie es auch unterschiedliche Menschen gibt, wäre die Lösung aller religionsbedingten Konflikte, wenn jede Religion sich einfach ihrer eigenen Praxis zuwenden würde. Auch die Atheisten, die in ihrem eigenen Glauben den letzten Winkel der Erde zum egoistischen Zwecke der Sinnesbefriedigung ausbeuten, müßten einen Schritt zurücktreten und der Religion den nötigen Raum bieten, auch einen Anteil an der Erde zu haben.
Indien ist bis heute ein einzigartiger Ort auf Erden, wo spirituelles Leben voll ausgelebt werden kann. Die Frage ist nur, wie lange es der eindringenden westlichen Plünder- und Verführerkultur standhalten kann.

Der Mensch braucht normalerweise nicht viel. Nur eine künstlich aufrechtgehaltene Dauerkonkurrenz zwingt alle indirekt immer mehr anzuhäufen und einen großen Schaden an Mutter Erde und sich Selbst anzurichten.

Zufriedenheit und allgemeines Glück bringt diese Weltanschaung nicht.

 

Freiheit
Freiheit.

 

 

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