Frauen und die Veden- Die Wertschätzung der Weiblichkeit.


Ein kleiner Einblick in die Stellung der Frauen in der vedischen Zivilisation.

“Frauen sind es wert angebetet zu werden. Sie sind das Schicksal von jedem Haushalt, die Lampe von Erleuchtung für alle in einem Haushalt. Sie bringen Trost in eine Familie und sind ein integraler Teil von religiösem Leben. Sogar der Himmel ist unter der Kontrolle von Frauen. Die Götter residieren in den Haushalten, wo Frauen verehrt werden und in Haushalte wo Frauen herabgewürdigt werden sind alle Mühen zum Fortschritt vergebens.”
– Manusmriti 3-56

In diesem  Manusmriti gibt es auch andere Abschnitte, die die Frauen herabwürdigen. Manu ist ein Gesetzgeber, der diese Schrift verfasst hat. Es ist etwas erstaunlich, daß so unterschiedliche Aussagen von einem Verfasser stammen könnten.  Es wird angenommen, daß diese Schrift mit Absicht verfälscht wurde, um den Zwecken von egoistischen Menschen zu dienen. Indiens ist lange Zeit von den Briten besetzt gewesen und davor waren die Moslems dort. Eine Manipulation der Schrift(en) im Laufe der Zeit ist mehr als wahrscheinlich, Um die Vedische Tradition zu verzerren und der hinduistischen Gesellschaft Schaden zuzufügen. Diese Tradition der Schriftenfälschung und Manipultion wird bis heute betrieben und hat lange Geschichte. Die Bibel ist auch nach jedem Konzil der letzten Jahrhunderte um bestimmte Teile gekürzt worden. Eine Wiedergeburtenlehre war auch ein Teil der Lehre von Jesus. Menschen, die Macht anstreben, scheuen nicht davor Gruppen zu unterwandern und sie so zu gestalten, daß sie davon profitieren können.

Ein Kampf zwischen Mann und Frau, die die absolute Einheit darstellen, ist ein gelungener Schachzug, die menschliche Gesellschaft zu destabilisieren. 

Aber zurück zu den Veden. Um die Verwirrung, die das Manusmriti verursacht, zu entwirren ist es ratsam die Basis Schriften der Vedischen Kultur zu untersuchen- das sind  die Veden und das Mahabharata.

Weiblichkeit

Weibliche Weisheit.

In der Srimad Bhagwat Gita sagt Sri Krshna folgendes:

“Ich bin im Herzen eines jeden zu finden; von mir kommt sowohl die Erinnerung und das Wissen, wie auch der Verlust von diesen. Ich bin wahrlich das, was durch die Veden erfahren werden sollte; Ich bin der Autor der Veden, sowie Kenner der Veden”
– Kapitel 15, sloka 15

Die Passagen über die Rolle der Frau in den heiligen Schriften, den Veden und der Mahabharata sind tatsächlich erleuchtend und enthalten keine Wiedersprüchlichkeiten.

Die lyrischen Zeilen( sloka) aus dem Atharveda stellen fest, daß die Frau den Mann führt.

“Der Sonnengott folgt der ersten aufgeklärten und erleuchteten Gottheit Usha (Morgendämmerung) in der selben Weise wie Männer Frauen nachahmen und ihnen folgen.”
– Atharveda Samhita, Teil 2, Kand 27, sukta 107, slok 5705.

“Frauen werden als die Verkörperung von großartiger Eigenschaften und Weisheit angesehen.”

Weitere Beschreibungen folgen:

” Oh Braut! Möge das Wissen der Veden vor dir und hinter dir sein, in deiner Mitte und deinem Ende. Mögest du dein Leben leiten, nachdem du das Wissen der Veden erreicht hast. Mögest du wohlwollend sein, der Vorbote von gutem Schicksal/ Glück und Gesundheit und lebe in großer Würde und werde erleuchtet im Haus deines Gatten.”
– Athar Veda 14-1-64 

“Frauen war die volle Freiheit von Verrichtung von Gottesdienst erlaubt.”

Die Frau sollte Agnihotra (yagna/ Feuerreinigung- eine Anweisung dafür werde ich demnächst schreiben. Es gibt mittlerweile wissenschaftliche Untersuchungen, die bestätigen, daß Feuerreinigung nachweisbar die Umgebung reinigt!) machen, sandhya (puja/ Verehrung) und alle anderen täglichen religiösen Ritualle verrichten. Falls, aus irgendwelchen Gründen, der Ehemann nicht anwesend ist, hat die Frau allein die vollen Rechte eine yagna auszuführen.”
– Rigveda Samhita, part 1, sukta 79, sloka 872

Lakshmi- die Glückgöttin.

Daß Frauen und Männer in den Augen des dharma( religiöse Pflichten/Weg) gleich sind, wird explizit in dem wunderschönen sloka in der Rigveda veranschaulicht.

“Oh Frau! Diese Mantras sind dir gleichberechtigt gegeben(wie auch Männern). Mögen auch deine Gedanken harmonisch sein. Mögen deine Bünde offen sein für alle ohne Diskriminierung. Dein Verstand und Bewußtsein sollten harmonisch sein. Ich ( der Rishi/ Weise) gebe dir diese Mantras gleichberechtigt zu den Männern und gebe dir alle und gleiche Kräfte um (die vollen Kräfte) dieser Mantras aufzunehmen.”
– Rigveda 10- 191-3

Tatsächlich sind die Eigenschaften einer loyalen und tugendhaften/ volltrefflichen (pativrata) Ehefrau nur mit den der agnideva (Feuergöttin) vergleichbar.

“..Diese agnideva ist rein und wertvoll zur Anbetung wie nur pativrata Frauen es sind.”
– Rigveda Samhita, Teil 1, sukta 73, sloka 829

Männer werden dazu aufgerufen zu bedenken, daß die Weiblichkeit es wert ist angebetet zu werden und es wird klar gemacht, daß es normal für Männer ist, Frauen anzubeten.

“Genau wie Indradeva wie ein Früchte gebärender Baum angepriesen wird und Krieger geschickt im Gebrauch von Waffen und neu trainierten rishis werden, lobpreisen wir auch den viel geschmückten und verehrten Indradeva wie ein Mann seine Ehefrau lobpreist.”

– Rigveda Samhita, Teil2, sukta 21, sloka 3287


Die vedische Zeit wurde von der Tradition verherrlicht.

Viele der rishis (Weise) waren Frauen.

Tatsächlich haben einige von ihnen viele der slokas in den Veden verfasst.

 

Im Falle der Rigveda gibt es eine Liste der weiblichen Rishis. Einige der Namen sind: Ghoshsha, Godha, Vishwawra, Apala, Upanishad, Brahmjaya, Aditi, Indrani, Sarma, Romsha, Urvashi, Lopamudra, Yami, Shashwati, Sri, Laksha und viele andere.

In der vedischen Zeiten war es Frauen genau wie Männern frei in den brahmacharya Stand zu treten und ein sannyasin (Entsagender/ yogi) zu werden.

In der Mahabharata werden viele solcher weiblichen sanyasins erwähnt. Zum Beispiel Shrutavi, die Tochter des Rishi Bhardwaj, blieb im Stand der Entsagung ihr ganzes Leben lang und trat in ein tiefes Studium der Veden ein.


Ehe.

Während einer Hindu Hochzeit werden folgende slokas vom Gatten vorgelesen, aber heutzutage nicht immer richtig verstanden:

“Oh Gattin! Ich akzeptiere deine Hand um unser gemeinsames gutes Schicksal zu verbessern. Ich bete zu dir mich als dein Ehemann zu akzeptieren und lebe mit mir bis wir alt sind. …”
– Rigveda Samhita Teil 4, sukta 85, sloka 9702

 

Kali
Kali.


Moderne und die Frau.

Ich denke, daß angesichts solcher Überlieferung aus der vedischen Zeit klar wird, daß wir noch lange keine echte Emanzipation hinter uns haben. Was wir in den letzten Jahrzehnten erreicht haben, ist einen Krieg zwischen den Geschlechtern zu entfachen, der grade in dem Wunsch mündet, die Geschlechter ganz abzuschaffen. Von gegenseitigem Respekt und Wertschätzung der unterschiedlichen Energien ist noch lange keine Rede. Die Männliche und Weibliche Energie sind essentielle Bestandteile dieser Welt und sollte in der jeweiligen Form, im gegenseitigen Respekt, vollkommen ausgelebt werden können. Wir sind gleichberechtigt, aber nicht gleich. Diese Tatsche zu leugnen bedeutet einen wichtigen Teil des Lebens trocken zu legen.

 

Weitere Artikel:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.