Sanatana Dharma – die traditionelle Bezeichnug für Hinduismus.


Sanatana Dharma.

Traditionell wird der Hinduismus sanatana dharma genannt. Es ist keine Bezeichnung für eine Religion, wie wir es aus den monotheistischen Religionen kennen. Es gibt keinen einzelnen Propheten oder Heiligen, auf dessen Lehre der Hinduismus aufbauen würde. Es ist viel mehr eine Sammlung von Schriften- den Veden– die von verschiedenen Weisen, Rishis genannt, vor vielen Tausenden Jahren aufgeschrieben wurden und im Laufe der Zeit zum besseren Verständnis neu aufgeteilt oder zusammengestellt wurden. So soll es am Anfang nur ein Veda gegeben haben, das später in die uns heute 4 bekannten Vedas aufgespalten wurde. Das Wissen bleibt allerdings immer gleich, nur die Methode wird der Zeit entsprechend neu angepasst. Die Bhagavad Gita, die eine Zusammenfassung des vedischen Wissens ist, wurde an der Schwelle zu Kali Yuga von Krishna neu gesprochen und eignet sich für dieses dunkle Zeit am besten. Sie wurde bereits viel früher gesprochen, doch wurde die Schülerkette unterbrochen, die beim Sonnenkönig anfing, und so mußte das Wissen erneuert werden. Diese Wahrheit gilt im gesammten Universum.

 

Sonne

Sonne.

 

Bedeutung von sanatana dharma.

Sanatana dharma bedeutet soviel wie der “ewige oder universelle Dienst/ Pflicht”.
Dharma bezieht sich auf eine Lehre, ein Gesetz oder Wahrheit, welche ewig existiert, allumfassend ist und das gesammte Spektrum der menschlichen spirituellen Erfahrung umarmt, die in der direkten Verwirklichung mündet, daß das eigene Selbst göttlich ist.  Das Selbst ist im Gegensatz zu unserem materiellen Körper ewig und unzerstörbar.
In der Bhagavad Gita werden insgesamt 8 400 000 Lebensformen erwähnt, die im gesammten Universum existieren- von unbedeutenden Ameisen bis zu Halbgöttern. Die Erde ist nur ein Planet von vielen, auf dem man reinkarnieren kann- allerdings ein sehr günstiger Planet, um sich zu entwickeln. Diese Tatsache wird sowohl in den buddhistischen wie auch hinduistischen Lehre immer wieder betont.

Wenn eine Seele all diese Lebensformen durchlebt hat, kann das göttliche Selbst realisiert und verwirklicht werden. Das Selbst ist auf eigenen Wunsch in der materiellen Welt- den Wunsch die materielle Welt zu beherrschen. Die materielle Welt ist eine Illusion, die zu dem Zwecke erschaffen wurde, dem individuellen Selbst seinen Wunsch zu ermöglichen. Es ist eine Art Gefängnis unterschielicher materieller Energien, unter deren Herschaft das Selbst steht, solange es sich mit der Materie identifiziert.

Es wird auch gerne mit einer Krankheit eines falschen Bewußtseins verglichen, unter dem das Selbst leidet.

Es kann jederzeit aus diesem Wiedergeburtenkreislauf aussteigen, sobald es seine falsche Sichtweise begriffen hat und zu seiner wahren Natur zurückkehren möchte.
Das spirituelle Selbst, das eine ewige und individuelle Form ist, ist immer da, nur ist es durch die Verstrickug an das materielle Dasein nicht sichtbar. Die materielle Verschleierung und das Selbst werden mit dem Mond verglichen, der von Wolken bedeckt ist, aber dennoch da ist.  Die Verwirklichung des spirituellen Selbst steht im Mittelpunkt des sanatana dharmas- die Befreiung von materieller Anhaftung. Diese materielle Anhaftung wird genau beschrieben. Das Selbst wird von 5 Energiekörpern bedeckt, die eine unterschiedliche Dichte haben. Auch die sublimste Form der materiellen Energiekörper muß überwunden werden, um völlige Freiheit zu erhalten. Ein völlig gereinigtes, spirituelles Wesen hat einen ewigen Körper, der nicht mehr sterben muß und der ihm ermöglicht durch das ganze Universum zu reisen. Es ist an die Gesetze der Materielle nicht mehr gebunden und befindet sich in seinem ursprünglichem, spirituellen Zustand.

Wird das Grobstoffliche der irdischen Energie überwunden, begibt sich die Seele in energetisch feinere Regionen des Universums, wo sie an der nächsten Stuffe arbeiten kann- oder besser sie abarbeiten kann. Aus diesen Regionen haben viele von uns die Vorstellung/ Gefühl der wahren Liebe mitgebracht, die so oft mit den niederen Schwingungen der irdischen Liebe kollidiert.
Die Sexualität ist  der Motor und Triebkraft auf der Erde. Das ganze irdische Leben angefangen mit Familiengründung und deren Erhalt durch verschiedene Tätigkeiten hat ihren Ursprung in der Sexualität. Es gibt in den Veden spezielle Läuterungsformen für Menschen, die an das Haushälterleben gebunden sind, aber das wahre spirituelle Leben beginnt erst da, wo die Sexualität keine Bedeutung mehr hat, indem man diese Energie auf höhere Ziele lenkt- es gibt schöne Beispiele für solche Leben in den Veden.


Wiedergeburt.

Der letzte Gedanke beim Tod bestimmt die nächste Wiedergeburt. Er ist der Ausdruck des Energieniveaus, den man am Ende des Lebens erreicht/ angesammelt hat und anhand der sich ein neuer, passender Körper formen wird. 

Jede materielle Lebensform ist nichts anderes als ein Läuterungsvorgang und sollte deshalb bewußt und weise genutzt werden.

 

Wer ist ein Hindu?

Laut sanatana dharma hat jedes Lebewesen und jedes Objekt in der Vielfalt der Göttlichen Schöpfung eine Rolle und eine bestimmte Pflicht, ohne die die Schöpfung nicht vollständig wäre.

In Wirklichkeit dreht sich Hinduismus  nicht nur um diejenigen, die ihn praktizieren. Jeder, der in der Schöpfung mitmacht und ein Teil der ewigen und ununterbrochenen Pflicht Gottes ist und ihm sein Leben und Treue schuldet ist ein Hindu.

Wenn jemand ein selbstloses Leben führt und selbstlose Taten vollbringt, ist er ein Hindu.
Wenn jemand anderen hilft, ist er ein Hindu. Wenn jemand sein Leben Gott widmet, ist er ein Hindu. Jeder, der in irgendeiner Weise an der Schöpfung teilnimmt ist ein Hindu.
Jeder, der in irgendeiner Weise an Gottes ewiger Aufopferung teilnimmt, die die Schöpfung genannt wird, ist ein Hindu. 

Das ist das Geheimnis, das nicht wirklich viele verstehen. Das ist der Grund, warum Hindus nicht ausschwärmen, um zu missionieren, warum sie nicht an nach neuen Anhängern suchen und niemandem zum Übertritt animieren. Die Hindus glauben, daß jeder, ob wissend oder unwissend, ob willentlich oder unwillentlich, ein Teil des ewigen göttlichen Planes ist und deswegen keine Übertritte notwendig sind. Vedische Schriften sind nicht dazu da, Menschen zu etwas zu zwingen oder von etwas zu überzeugen, sondern sollen nur an die Notwendigkeit erinnern, ein pflichterfülltes und verantwortlichens Leben zu führen und Karma zu vermeiden, das von eigennützigem Handeln entsteht. Sie sind ein Angebot an die Menschen.

Im hinduistischen Konzept gibt es nur zwei Religionen: die Religion des Guten (daiva) und die Religion des Schlechten(asura). Ein selbstloses Leben im Dienst anderer zu führen ist gut, ein egoistisches Leben nur für sich selbst ist schlecht.

Es gibt ein berühmtes Sprichwort in Sanskrit: ” dharmo rakshita rakshatah”- “Wenn du das dharma beschützt, wird das dharma dich beschützen.” Es ist sehr schwierig das Wort dharma zu übersetzten, da es keine 100% Entsprechung in anderen Sprachen hat. Auf einem einfachsten Level ist es die natürliche Aktivität oder Neigung eines jeden Lebewesens.
Das dharma einer Schlange ist es zu kriechen, an dunklen Orten zu leben, Gift in den Zähnen anzusammeln und jeden zu beißen, der sie angreifft. Im Bereich der Tiere ist es ihr dharma ihren natürlichen Instinkten zu folgen., anderen Tieren als Nahrung zu dienen und sich zu verteidigen. Da es ihnen an Intelligenz mangelt, sind sie überwiegend von ihrer Natur bestimmt.

Das dharma von Halbgöttern oder Heiligen ist es Menschen und anderen Lebewesen zu helfen  und Gott dabei zu helfen seine Gesetze durchzuführen. Sie von dem Bösen zu beschützen und die Rechtschaffenheit zu bewahren.

Das menschliche dharma.

Wir Menschen sind keine richtigen Tiere, obwohl viele diese Lebensweise bevorzugen und unsere Konsumgesellschaft hauptsächlich auf diese triebgesteuerte Lebensweise ausgerichtet ist und sie animiert. Wir sind rational denkende Wesen, ausgestattet mit der Kraft Überlegungen anzustellen. Unser dharma ist es sich über das Tierische zu erheben, daß sich nur mit Überlebenssicherung, Fortpflanzung und Verteidigung beschäftigt. (Tiere können aufgrund ihrer starken Abhängigkeit von der Natur auch weniger Karma ansammeln, als wir Menschen.)

Wir haben die Fähigkeit der Selbsterkenntnis und können unseren Willen willentlich in jede Richtung, die uns beliebt steuern. Unser dharma ist es entsprechend unserer höheren Natur zu leben und unsere niedere, tierisch- instinktive Natur zu kontrollieren.

Das dharma des Menschen besteht wesentlich darin, ein intelligentes Leben zu führen, den Lebewesen mit niederer Intelligenz zu helfen und die zu ernähren, die von uns abhängen. Wir sollen den Zwecken der Schöpfung dienen und unseren Teil daran übernehmen, die Ordnung in der Welt und Gesellschaft zu erhalten. Von einem  hingegebenem Hindu wird die Ausführung von 5 Pflichten erwartet. Sie sollen die Verantwortung für sich selbst, für ihre Familie, ihre Gesellschaft, ihre Vorfahren, ihre Götter und alle anderen Lebewesen übernehmen, sprich an erster Stelle diese “ernähren”. Diese fünf Pflichten sind obligatorisch, da ihre Ausführung zu Harmonie, Frieden, Ordnung und Gesetzmäßigkeit führt. 

Individuelles dharma.

Das individuelle dharma wird am besten erfüllt, wenn man das tut, was einem am meisten liegt oder das, was man am meisten liebt. Es gibt viele Faktoren, die das persönliche dharma bestimmen, wie die Geburt oder die Lebensumstände, in die man geboren wurde. Sollte man dem nicht folgen können, was einem am meisten liegt, so sollte dennoch der eingeschlagene Weg stets mit Ernsthaftigkeit, Disziplin und Hingabe ausgeführt werden. Auch wenn wir uns als unabhängige Individuuen wähnen, so sind wir dennoch ein Teil in einer viel größeren Ordnung, die wir nicht immer sofort überblicken können. “Viele Wege führen nach Rom”, würde es bei uns heißen und so mancher ist erst durch viele Umwege, die alle wichtig sind, an seine wahre Bestimmung gekommen. Karma ist ebenfalls oft ein wichtiger Faktor, der ein wichtiges Wörtchen in jedermanns/frau Leben mitzureden hat. Also, Herz auf und durch- wo auch immer man sich grade befindet.


Hinduismus und andere religiöse Strömungen.

Wenn man es genau untersucht, so stellt man fest, daß alle Religionen das selbe Ziel haben, nämlich eine gewisse Disziplin unter den Menschen herzustellen und ihre Blicke nach oben zum Himmel und Gott zu lenken, um Gutes in ihren Leben zu manifestieren.
Alle lehren auf ihre spezifische Weise, daß wir ein moralisches und spirituell verantwortliches Leben führen, unsere niederen Instinkte und unsere unmoralischen Gedanken zügeln sollten. Die Sprache und Ausdruck mag zwar variieren, aber die essentielle Philosophie ist überall die selbe.

Wenn man die existierenden Religionen mit einander vergleicht, fällt einem auf, daß man im Hinduismus tatsächlich alle wichtigsten religiösen Lehren der Welt wieder findet.
Hinduismus hat den hingebungsvollen Dienst an Gott, den man im Christentum und Islam findet, die Karma Theorie und Meditationspraxis, die den Buddhismus ausmachen und die Naturverehrung der Eingeborenen Tradition.
Und man findet die weltweit ausgeklügelste Philosophie der Selbstverwirklichung. 
Der Hinduismus vereinigt all die existierende Manigfaltigkeit zu einem einzigartigem philosophischem Gewebe. Es scheint, als ob er Hinduismus der Ursprung sei, aus der alle nachfolgenden Strömungen hervorgegenagen waren. Man findet in jeder Religion einen Bruchteil des Hinduismus, aber im Hinduismus alle anderen religiösen Lehren und noch viel mehr.

Hinduismus bindet niemanden an eine externe religiöse Autorität, sondern ermutigt jeden das Göttliche in seinem eigenen Inneren zu erforschen und zu entdecken.

sanatana dharma

Krishna spricht vor Arjuna die Bhagavad Gita.

 

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