Maha Shivaratri- die Nacht des Shiva. 2


Shivaratri- Die Nacht des Shiva.

Maha Shivaratri bedeutet die große Nacht des Shiva oder einfach die Nacht des Shivas. Shiva ist einer der Götter in der hinduistischen Trinitätslehre. Maha Shivaratri wird jedes Jahr in der 13. Nacht/ 14. Tag des Maagha oder Phalguna Monats im Hinduistischem Kalender gefeiert. Dieses Jahr fällt es auf den heutigen Tag! Wer weiß, vielleicht war der heftige Sturm heute Nacht ein Gruß des Großen Shivas an uns! Dafür sind wir heute mit einem beinahe wolkenlosem Himmel und viel Sonne im Vergleich zu den letzten Tagen belohnt- Shiva der Chemtrail Zerstörer? 😉 

In der Trinität der hinduistischen Götter- Brahma, Vishnu und Shiva– ist Lord Shiva derjenige, der alles zerstört, was alt und unrein ist. Damit macht er Platz für neue Schöpfung, die rein und göttlich ist.
Lord Shiva vernichtet unser Ego, unsere Anhaftungen und unsere Unwissenheit.
Viele fürchten sich vor Shivas zerstörerischen Fähigkeit, aber es ist eine Zerstörung zum Zwecke von Erneuerung.

Ohne den Tod kann das Leben nicht erneuert werden. Ohne die Auslöschung von alten Gewohnheiten, Anhaftungen und Egos, können wir nicht auf dem Weg der Erkenntnis von Gott voranschreiten.

Solange unser “Gefäß” nicht von allem entleert wird, was alt, negativ und unrein ist, kann es nicht mit göttlichen Qualitäten gefüllt werden. Auf unserem Weg der Erkenntnis ist Shiva von großer Bedeutung. Er hilft uns, notfalls mit Gewalt, uns von altem Unrat zu trennen und erfrischt und erleichtert neue Wege zu beschreiten. In einer matriellen und bedingten Welt, wie der unseren ist Stagnation der größte Feind auf dem Weg zur Vollkommenheit.

Ursprung des Shivratri.

Laut den puranas tauchte während dem gewaltigen mythischem Quirlen des Ozeans namens Samudra Manthan (Milchozean; In dieser Geschichte hatten Götter und Dämonen sich verbündet, um durch ein Quirlen des Milchmeeres an ein Unsterblichkeitstrank- Amrita- zu gelangen) ein Topf voller Gift aus dem Ozean auf. Die Götter (Halbgötter) und die Dämonen erschracken, weil dieses Gift die gesammte Welt zerstören konnte. Als sie Shiva um Hilfe baten, trank er dieses tödliche Gift, um die Welt zu retten. Er schluckte es jedoch nicht, sondern behielt es im Hals. Dieses Gift machte seinen Hals blau. Seit dieser Zeit ist Shiva als Nilkantha bekannt- der Blauhalsige. 
Shivaratri ist also auch ein Fest der Rettung der Welt durch Shiva .

Maha Shivaratri

Maha Shivaratri.

Shivaratri- ein bedeutendes Fest für Frauen.

Shivaratri wird vor allem für Frauen als glückverheißend angesehen. Verheiratete Frauen beten für das Wohlsein ihrer Männer und Söhne. Unverheiratete Frauen beten für einen idealen Ehemann wie Shiva. Es geht natürlich nicht um das Aussehen, das durch Shivas Bilder symbolisch dargestellt wird und Stärke symbolisieren soll, sondern um seine Qualitäten. Shiva ist der Ehegatte von Kali, Parvati und Durga. 

Generell wird geglaubt, daß jeder, der während des Shivaratri mit Hingabe den Namen Shiva äußert, von allen Sünden befreit wird. Er oder sie wird den Wohnsitz Shivas erreichen und ist von dem Kreislauf von Tod und Wiedergeburt befreit.

 

Am Tage des Sivaratri wird eine dreistuffige Plattform um ein Feuer aufgebaut. Das oberste Brett symbolisiert swargaloka (Himmel), das Mittlere antarikshaloka (Raum) und der Boden bhuloka, die Erde.

11 kalash, Urnen werden auf dem swargaloka Brett aufgestellt und symbolisieren die 11 Manifestationen des Rudra, des vernichtenden Shiva. Sie werden mit den Blättern bilva, Belbaum (Bengalische Quitte/ Aegle marmelos) dekoriert und einer Mango auf einer Kokonuss, die den Kopf des Shiva repräsentiert. Die unrasierte Kokosnuss symbolisiert sein wirres Haar und die drei Punkte auf der Frucht Shivas drei Augen.

Drei Gründe, warum man Shivaratri feiern sollte.

1. Der absolut formlose Gott Sadashiv erschien in der Form von Lingodbhav  Moorti genau um Mitternacht des Maha Shivratri. Deswegen bleiben die Anhänger Shivas während dieser Nacht wach und zelebrieren das Shivlingam abhishekham um Mitternacht.

2. Lord Shiva wurde mit der Göttin Parvati am Shivratri verheiratet. Ohne Parvati ist Shiva das reine Nirgun Brahman. Mit der illusorischen Kraft (Maya, Parvati) wurde er zum Sagun Brahmanum von seinen Anhängern andächtig verehrt zu werden.

 


3. Am Shivratri wurde Shiva ebenfalls zum Neelkantham, dem Blauhalsigem, indem er das tödliche Gift trank, das während des Quirlens von “Kshir Sagar”, dem Milchozean, auftauchte.
Das Gift war so giftig, daß nur ein Tropfen in seinem Magen, welcher das Universum repräsentiert, die gesamte Welt vernichtet hätte. Deswegen hielt er es in seinem Hals, welcher durch die Wirkung des Gifts blau wurde.

Daher ist Shivratri auch ein Dankfest an Shiva für den Schutz vor unserer Auslöschung.

Tempel und Rituale am Shivratri Tag.

In der Frühe sammeln sich in  Shiva Tempeln junge und alte Anhänger, um die traditionelle Shivalingam Anbetung (Puja) auszuführen, in der Hofnung von Shiva eine Gunst zu erhalten. Die Anhänger baden zum Sonnenaufgang, bevorzugt im Ganges oder einer anderen heiligen Wasserquelle. Das ist das Ritual der Reinigung, welcher ein wichtiger Teil aller hinduistischen Feiern ist.
In saubere Kleidung gekleidet, tragen die Anhänger nach dem Bad Töpfe mit Wasser in den Tempel, um das Shivalingam zu waschen. Der ganze Tempel erschallt von Glocken Tönen und den Ausrufen von Shankerji ki Jai (sei Gegrüßt Shiva)

Shivalingam

Shivalingam

Sie umkreisen das Shivalinga drei oder sieben Mal und schütten dann Wasser darüber. Manche übergießen es auch mit Milch.

Laut dem Shiva Purana sollte die Maha Shivaratri Verehrung sechs Gegenstände einbinden.

  1. Das Baden von Shivalingam im Wasser, Milch oder Honig. Holz, Apfel oder Belbaum Blätter werden auch zur Reinigung der Seele hinzugefügt.
  2. Zinoberpaste, mit der das Shivalingam nach dem Bad eingerieben wird. Es symbolisiert die Tugend
  3. Früchte, die man opfert, um Langlebigkeit und die Erfüllung von Wünschen zu förden
  4. Verbrennung von Weihrauch, um Reichtum anzuziehen
  5. Anzünden einer Lampem, welche den Erwerb von Wissen fördert
  6. Betelpfeffer Blätter, die für die Zufriedenheit mit weltlichen Vergnügen stehen
Tripundra

Tripundra.

 

Tripundra- ein weiteres Zeichen Shivas.

Tripundra meint die drei horizontalen Streifen, die mit heiliger Asche an die Stirn von Anhängern von Shiva gemalt werden. Diese Streifen symbolisieren spirituelles Wissen, Reinheit und Buße (spirituelle Praxis von Yoga). Sie repräsentieren ebenfalls die drei Augen Shivas.

 

Mala- Hinduistische Gebetskette.

Rudrashabaum

Rudrakshabaum Samen.

Rudraksha Baum

Rudraksha- Baum. Die Tränen von Lord Shiva.

Das Tragen von einer Mala (hinduistische Gebetskette mit 108 Perlen), die aus den Samen des rudraksha Baumes ( man sagt, er sei aus den Tränen von Shiva entsprungen) gemacht wurde, ist ideal, wenn man Shiva anbetet. Ein rudraksha Samen hat die Farbe ähnlich wie Mahagoni oder manchmal auch schwarz

 


Anmerkung zu hinduistischen Opferungen.

Es ist üblich während der hinduistischen Zeremonien (puja), ob Klein oder Groß, Früchte, Blätter, Wasser oder Ähnliches den Göttern zu opfern. Natürlich holt kein Gott einen Apfel vom Altar und verspeist ihn.

Worum es dabei geht, ist die Liebe, die bei solchen mit Hingabe ausgeführten Opferungen freigesetzt wird. Götter sind keine Menschen, sondern komplexe Prinzipien unseres Universums, die sich in unterschiedlichen Formen manifestieren. Für uns Menschen ist es einfacher eine Persönlichkeit anzubeten und Anhaftung und Liebe zu ihr zu entwickeln, da es in unserem Naturell liegt (siehe unsere moderne “Stars” Anbetung). Daher gehören Götterfiguren oder Fotos von Gurus zu jedem hinduistischen Hausaltar dazu.

Allmählich vergrößert sich die Anhaftung und Zuneigung  zu ihnen und die freigesetzte und freizirkulierende Liebe ist die Verbindung zu ihnen. Es ist ein natürlicher Vorgang, der uns bei unserer Entwicklung helfen kann. Die besten Lehrer waren und sind immer die, zu den wir eine Zuneigung haben. Eine Zeremonie ohne Hingabe ist genauso wenig nützlich, wie ein Gebet ohne tiefere Gefühle. Wendet man sich mit tiefer Hingabe an sie, kommt auch nicht selten eine Antwort.

Puja Ghee Leuchte

Alltägliche Puja, Ghee Leuchte.

Jai Sri Shiva!


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