Burnout- 15 Punkte zur Selbsthilfe.


Burnout- Talfahrt mit angezogener Handbremse.

Symptome, die man unbedingt beachten sollte.

Sie arbeiten den ganzen Tag, haben aber am Ende des Tages nichts zustande gebracht, egal was Sie beginnen, es dauert dreimal so lang, wie normalerweise, aber liefert keine Ergebnisse, Sie schütten ständig Ihre Kaffe- oder Wassertasse um, Dinge fallen Ihnen ständig aus der Hand, Sie sind dünn häutig und brechen ständig in Tränen aus, Sie wachen Nachts auf und können nicht wieder einschlafen, Ihre Gedanken rasen von einem Punkt zum anderen, ohne etwas substantielles beizusteuern, Sie fühlen sich von kleinsten Problemen überwältigt, sind ständig gereizt, finden keine Lösungsansätze und können sich kaum entspannen, dann könnte es sich um Symptome eines nahenden Burnouts handeln, der Sie dazu aufruft, schnell etwas zu ändern.

Hier finden Sie einpaar Selbsthilfe Ansätze, die dabei helfen können, daß der Erschöpfungszustand nicht zu einer chronischen Sache wird. Schon nach wenigen Tagen wird sich eine Linderung einschleichen und nach zwei Wochen wird sich das Gehirn soweit erholt haben, daß man sich wieder recht gut fühlt.


1. Melden Sie sich von allen Sozialen Netzwerken ab.
Facebook, Whatsapp, WeChat und alle weiteren sind mittlerweile nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Aber sie belasten unser Gehirn. Schon unter normalen Umständen führen Sie zu einem Leistungsabfall. Das ständige Abrufen von Informationen und die ständige Erreichbarkeit halten unser Gehirn permanent unter Stress. Melden Sie sich von allem für einpaar Tage ab und göhnen Sie ihrem Gehirn eine Pause.

2. Ziehen Sie im wahrsten Sinne des Wortes alle Stecker im Haushalt.
Ob Fernsehen, Radio, Telefon oder Computer- schalten Sie alles aus und geben Sie ihrem Gehirn die nötige Ruhe, die es braucht. Jede weitere Information wirkt nur belastend. Auch beim Autofahren drehen Sie das Radio leise. Tauchen Sie in die Stille, das ist das wichtigste, was Sie jetzt brauchen.

3. Räumen Sie auf!
In Krisenzeiten, wozu ein Burnout definitiv gehört, ist Struktur und Ordnung essentiell. Nicht nur ein Zuviel an Informationen, sondern auch ein Zuviel an Unerledigtem kann uns zusätzlich zu Boden zwingen. Es gibt einen Zusammenhang zwischen der Umgebung und dem Inneren und Achtsamkeit diesbezüglich sollte von Kindheit an eintrainiert werden. Ich bin als Kind auf einem von Nonnen geleiteten Internat gewesen und Ordnung war ein wichtiger Punkt. Ein tägliches Ritual, das ich nicht wirklich schätzte, war es jeden Morgen die Tagesdecke auf eine besondere Weise auf dem Bett zusammen zu rollen. Die Bedeutung von diesem Ritual habe ich erst zwanzig Jahre später zu schätzen gelernt. Eines Morgens, als die Lebenssituation nicht besonders erfreulich war, wachte ich auf und  spulte automatisch dieses Ritual ab. Gleichzeitig erweckte ich aber auch die Erinnerung an eine geordnete und stabile Zeit, die augenblicklich meinen Zustand verbesserte. Spülen Sie also das Geschirr, bringen Sie Altpapier und Glasbehälter weg, saugen Sie den Teppich, strukturieren Sie Ihren Schreibtisch neu, putzen Sie die Fenster- die anschließende Klarheit wird Ihnen gut tun.

4. Trennen Sie sich von allen Dingen, die Sie nicht wirklich brauchen.
Das Loswerden von Dingen, die sowieso nie benutzt werden, kann ebenfalls entlastend wirken. Alles ist Energie, auch Unbenutzte Dinge und das Reinigen der Wohnung vom “Gerümpel” kann die allgemeine Energie anheben. Kleidung, die nicht mehr passt, Möbel, die nur stören, Bücher, die man nie mehr lesen wird und all der Kram, der nur ein Staubfänger ist. Behalten Sie nur die Dinge, die bei Ihnen ein Gutes Gefühl hervorrufen und die Sie auch wirklich benutzen. Dieses Ausräumen sollte in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden. Trennen Sie sich vor allem von allem, was ein schlechtes Gefühl hervorruft- Photos, Briefe usw. Entsorgen Sie auch alle Geschenke, die Sie erhalten haben mögen, aber die Sie nie erfreut haben. Hören Sie auf Ihr Gefühl!

 

5. Sorgen Sie für Bewegung.
Gehen Sie raus. Machen Sie einen langen Spaziergang in der Natur von mindestens 1 1/2 Stunden am Stück. Gehen Sie joggen oder fahren Sie Fahrrad. Das Grün der Bäume und Wiesen wirkt beruhigend auf unser Synaptisches System. Auch das weite Blau des Himmels wirkt entkrampfend, die Brust wird wieder frei. Beobachten Sie die Wolken, das ist nichts nur für Kinder. Es hilft Ihnen sich wieder selbst zu fühlen, raus aus dem Kopf, rein in den Körper.

6.Spielen Sie!
Spielen ist eine natürliche Ausdrucksform des Menschen, die wir leider auf dem Weg zum Erwachsensein abtrainiert bekommen. Wenn Sie Kinder haben, werden diese Sie zum Glück immer wieder daran erinnern- nehmen Sie Kinder da ernst! Ein Durchkitzeln am morgen, eine Kissenschlacht am Abend und eine Stunde stupides Ball kicken am Nachmittag kann Wunder bewirken! Spielen heißt immer zuviel Ernsthaftigkeit loslassen und sich unserer kreativen Natur überlassen. Nikola Tesler, der große Erfinder, hatte ausdrücklich die Wichtigkeit des Spielens im Prozess des Erschaffens betont. Für ihn war alles spielen und er spielte recht weit und hoch.

 

7. Meditieren Sie.
Meditation ist eine unglaublich wohltuende Praxis, die uns mit viel Energie aufladen kann. In der Meditation bekommen wir Abstand zu uns selbst, was uns hilft Problematiken zu erkennen, die wir sonst nicht sehen können, weil wir in uns selbst zu befangen sind. Der Verstand rast normalerweise von einem Gedanken zum Nächsten. In der Meditation wird das Denken zum Beispiel auf die Atmung gelenkt, was dem Gehirn dabei hilft, sich auszuruhen. Wenn das Denken entspannt ist, entspannt sich auch der Körper und Heilungsprozesse können angeregt werden.

8. Gehen Sie früh zu Bett!
Diesen Punkt kann man gar nicht oft genug betonen. Ein ausreichender Schlaf ist wesentlich bei der Regeneration unseres Körpers und Geistes. Der beste Schlaf ist laut Medizin und auch laut buddhistischer Mönche zwischen 22 Uhr und 4 Uhr morgens. Ab ca. 21 Uhr abends beginnt der Körper Melatonin auszuschütten und Organe wie die Leber beginnen sich zu reinigen. Geben Sie dem Körper die nötige Ruhe, um diese Prozesse sorgfältig ausführen zu können. Schalten Sie ihr Handy und Ihren Computer aus, denn das Licht dieser Bildschirme stört die Melatonin Bildung. Lesen Sie ein Buch oder schreiben Sie Ihr Dankbarkeits Tagebuch bevor Sie das Licht ausmachen. Ihre Nerven werden Sie schon bald mit neuer Kraft belohnen.

9. Nehmen Sie viel Rohkost zu sich.
Rohes Gemüse, frisches Obst, grüne Smoothies versorgen uns augenblicklich mit einer Ladung an Vitaminen, die in Stresssituationen verstärkt benötigt werden, um  den Körper zu regenerieren. Die Wirkung eines Grüner Smoothie mit zum Beispiel Brennesseln, Leinsamen und Löwenzahn kann man schon nach einer Stunde  spüren.

Fasten hat nachweislich ebenfalls eine gute Wirkung auf das seelisch- körperliche Gleichgewicht des Menschen. Doch bei einem Burnout sollte man vielleicht zunächst schauen, ob sich der Zustand nicht vielleicht schon durch verstärkte Nährstoff- und Vitaminaufnahme wesentlich bessert.

10. Lassen Sie Emotionen los.
Angestaute Emotionen können wie ein Stein im Getriebe sein und uns blockieren, was ebenfalls zu einem Burnout führen kann. Alles, was sich anstaut, wirkt wie eine angezogene Handbremse. Hören Sie den Gefühlen zu, die hochkommen. Was auch immer da ist, hat auch seine Berechtigung. Ihre Emotionen sind ihre Richtschnur, es macht keinen Sinn die eigenen Gefühle zu Gunsten von Gefühlen von anderen zu verraten. Lassen Sie alles los, was Sie belastet. Sprechen Sie aus, was Sie von Innen zum platzen bringt. Wenn Sie nicht sprechen können, dann schreiben Sie es wenigstens auf, das wirkt ebenfalls. Ihre Gefühle sind Ihre Realität, also geben Sie Ihnen Raum sich zu entfalten.

11. Erinnern Sie sich an Momente, wo Sie entspannt und glücklich waren.
Eine faszinierende Tatsache über unser Gehirn ist, daß es für ihn keinen Unterschied macht, ob wir etwas wirklich erleben oder nur in unserer Phantasie durchgehen. Das ist der Punkt, an dem auch NLP und Positives Denken ansetzen. Wenn Sie schöne Momente wieder wach rufen, wird ebenfalls das Körpergefühl wieder belebt, das wir damals hatten, was dabei helfen kann einen positiven Zustand zu erzeugen, der uns stabilisieren kann. Solche Erinnerungen signalisieren unserem erschöpften Körper/ Geist ebenfalls, daß der Zustand nur vorübergehend ist.

12. Führen Sie ein Dankbarkeits -Tagebuch.
Dankbarkeit ist eine der stärksten Emotionen, die zugleich auch den stärksten positiven Einfluß auf uns hat. Dieser Punkt ist längst kein “Ammenmärchen” der Religionen mehr, sondern wurde bereits von der Wissenschaft erforscht. Da Sie jetzt kein Facebook mehr abrufen und auch keinen Fernseher mehr schauen, den sogar vielleicht ganz entsorgt haben, haben Sie jetzt Zeit ein Dankbarkeits Tagebuch zu führen. Das funktioniert am besten vor dem Schlafen gehen. Gehen Sie in Ihren Gedanken in Ihre Vergangenheit und schreiben Sie Punkt für Punkt alles auf, wofür Sie dankbar sind. Es können kleine Dinge sein, wie ein unerwartetes Lächeln, das Ihnen mal einen Tag gerettet hat oder größere Erlebnisse, die Sie heute immer noch mit Dankbarkeit erfüllen. Sie werden merken, daß es schon nach wenigen Minuten regelrecht zu fliessen beginnen wird. Und Sie werden merken, daß es Sie mit positiven Gefühlen überschüttet, was wir ja mitten in einem Burnout schwer gebrauchen können.

13. Tun Sie Dinge, die Sie sehr gut können.
Ich versuche mich immer, wenn ich nicht weiter komme, an eine interessante Beobachtung zu erinnern, die ich im Laufe der ersten Jahre bei meinem Sohn öfters beobachtet habe. Immer, wenn er in seinem Lernprozess auf eine Grenze stieß und nicht weiter kam, was ihn sehr frustrierte,  kehrte er zu einer Tätigkeit zurück, die er schon sehr gut beherrschte. Das schien ihn jedes mal zu beruhigen. Wenn das ein natürlicher biologischer Prozess bei Kindern ist- denn von mir hatte er das nicht gelernt- dann muß das auch bei uns Erwachsenen funktionieren. Wenn der Körper und Geist also überlastet ist, lohnt es sich etwas zu tun, was wir sehr gut können. Dies gibt uns ein gutes Gefühl und stärkt  uns für die nächsten Herausforderungen.

14. Seien Sie offen für das, was Ihnen in Ihrer Auszeit begegnet.
 Wo es eine Frage gibt, gibt es auch eine Antwort. Wo es eine Bitte gibt, gibt es auch eine Erfüllung. Die Energie fließt dahin, womit wir uns beschäftigen. Jeder wird schon mal die Erfahrung gemacht haben, daß er sich mit einem Thema beschäftigt und plötzlich überall dieses Thema zu sein schein. Man schlägt die Zeitung auf und es wird darüber geschrieben, man greift nach einem Buch und es handelt von dem Thema oder man begegnet einem Menschen, der ein Spezialist auf diesem Thema ist. Genauso ist es mit Problemen. Wenn wir nach Lösungen suchen, wird unsere Aufmerksamkeit genau dorthin auch gelenkt.

15. Beten Sie!
Hier muß ich schmunzeln, weil diese Anweisung 80% der Leser zunächst zusammen zucken  lassen wird. Beten ist bei uns eine Sache, die gar nicht geht. Gott ist seit Nietsche tot und beten völlig sinnlos und peinlich. Im indischen Sanatana Dharma ist Gott weder spießig noch peinlich. Das normalste in Indien ist es in einem Tempel halt zu machen und sich dort spirituell zu stärken und Hilfe zu erbitten. Gott ist das höchste Wesen, das über der Materie steht. Die Vorstellung, daß etwas über uns steht und uns tatsächlich Führung geben kann, wirkt sehr entspannend. Nutzt man zum Beispiel eine Mantra, das man während einer Meditation rezitiert und sich völlig auf den Klang konzentriert, wird man spüren, wie sich die Kontrolle lockert, die uns sonst durch den Tag bringt und wie sich plötzlich neue Ideen einstellen oder plötzlich mit Leichtigkeit Gefühle hoch kommen. Ich bin mehr bei Sokrates, der sagte, daß er weiß, daß er nichts weiß. Wir wissen gar nichts und deswegen lohnt es sich immer offen für neue Ideen zu sein.

In dem Sinne Jai Sri Krishna!

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