Fasten- die Bedeutung des Fastens im Hinduismus. 2


Fasten im Hinduismus.
Der Sinn und Zweck vom Fasten.

Fasten im Hinduismus bedeut Verzicht auf physische Bedürfnisse zum Wohle von spirituellem Gewinn.
Laut der Schriften, hilft Fasten dabei eine Einstimmung mit dem Absolutem zu kreieren, indem es eine harmonische Beziehung zwischen Körper und Seele etabliert. Es wird als Notwendig für das Wohlergehen des Menschen angesehen, da es sowohl die physischen wie auch die spirituellen Bedürfnisse nährt.

Die Hindus glauben, daß es im alltäglichen Leben nicht einfach ist, ohne Unterlass dem spirituellen Pfad zu folgen. Wir werden durch viele Überlegungen gestört und weltlicher Genuss erlaubt es uns nicht uns auf spirituelle Verwirklichung zu konzentrieren. Deswegen sollte ein Gläubiger es anstreben sich Einschränkungen aufzuerlegen. Eine Form der Einschränkung ist Fasten.

 

Selbstdisziplin.

Fasten ist nicht nur ein Teil von Gottesdienst, sondern auch ein großartiges Instrument, um sich in Selbstdisziplin zu üben. Es trainiert den Verstand und den Körper sich gegen Notlagen abzuhärten, diese auszuhalten und Schwierigkeiten durch zu stehen, ohne sofort aufzugeben. Laut der hinduistischen Philosophie bedeutet Essen Befriedigung der Sinne. Indem man die Sinne hungern läßt, kann man sie zur Kontemplation anheben. Luqman, ein Weiser, sagte einmal:” Wenn der Magen voll ist, beginnt der Intellekt zu schlafen. Die Weisheit wird stumm und die Teile des Körpers werden von Rechtschaffenheit abgehalten.”

 

Unterschiedliche Formen des Fastens.

Hindus fasten an bestimmten Tagen des Monats wie zum Beispiel am Vollmond (purnima) und Ekadasi, der 11 Tage nach Vollmond ist.
Auch bestimmte Wochentage sind zum Fasten bestimmt. Es hängt von individueller Wahl und auch von dem jeweiligen Gott, den man anbetet, ab. Am Samstag fasten Menschen, um den Gott des Tages, Saturn(Shani), zu beschwichtigen. Der Dienstag ist Glückverheißend für Hanuman, den Affengott. Am Freitag nehmen Anhänger der Göttin Santoshi keine Zitronensäure zu sich.

Fasten ist bei Festen üblich. Hindus in ganz Indien halten Fasten bei Festen wie Navratri, Shivratri und Karwa Chauth ein. Während Navratri (Neun Nächte) fasten Menschen neun Tage lang. Hindus in  West Bengalen fasten am Ashtami, dem achten Tag des Festes Durga Puja.

Fasten kann auch bedeuten sich bestimmter Sachen zu enthalten, entweder aus religiösen Gründen oder zum Wohle der Gesundheit. Zum Beispiel unterlassen es bestimmte Menschen an bestimmten Tagen Salz zu sich zu nehmen. Es ist allgemein bekannt, daß starker Konsum an Salz und Natrium Bluthochdruck erzeugt oder den Blutdruck im allgemeinen ansteigen läßt.

Eine weitere Fastenart ist es auf Getreide zu verzichten und nur Früchte zu essen. Diese Diät wird phalahar genannt.

 

Ayurvedischer Standpunkt.

Die grundlegenden Prinzipien des Fastens sind im Ayurveda zu finden. Dieses alte medizinische System  sieht die Hauptursache vieler Krankheiten in Anlagerung von giftigem Material im Verdauungssystem. Ein regelmäßiges Reinigen vom giftigem Material erhält einen gesund. Während des Fastens können sich die Verdauungsorgane ausruhen und alle Körperfunktionen werden gereinigt und korrigiert. Ein Vollständiges Fasten ist gut für die Gesundheit und eine gelegentliche Einnahme von warmen Zitronensaft beugt Blähbauch vor.

 

Fasten

Fasten.

Da der Menschliche Körper, wie es Ayuerveda erklärt, aus 80% Wasser und 20% aus Festem besteht, beeinflusst die Anziehungskraft des Mondes den flüssigen Inhalt des Körpers, genau wie auch die Erde,  Dies erzeugt ein emotionales Ungleichgewicht im Körper, welches die Menschen angespannt, gereizt und gewalttätig macht. Fasten wirkt als Gegenmittel, da es den sauren Bestandteil im Körper senkt, was den Menschen dabei hilft vernünftig zu bleiben.

 

Ein friedlicher Protest.

Von reiner Ernährungskontrolle wurde das Fasten zu einem praktischen Mittel der gesellschaftlichen Kontrolle. Fasten ist eine friedliche Protestart. Ein Hungerstreik kann die Aufmerksamkeit auf einen Missstand lenken und kann Verbesserung oder Wiedergutmachung bewirken. Es ist interessant anzumerken, daß es Ghandi war, der das Fasten nutzte, um Aufmerksamkeit der Menschen zu auf etwas zu lenken. Es gab mal einen Protest der Arbeiter der Webereien in Ahmedbad, die ihre niedrigen Löhne beklagten. Ghandi riet ihnen einen Streik zu beginnen. Nach zwei Wochen, als die Arbeiter zur Gewalt griffen, war es Ghandi, der beschlossen hatte solange zu fasten, bis  die Sache geklärt wurde.

Ghandi

Ghandi.


Mitgefühl.

Auch das Mitgefühl wird durchs fasten trainiert. Die Schmerzen des Hungers, die man während des Fastens erlebt, erinnern einen an die Menschen , die öffters ohne Essen auskommen müssen. Fasten dient also auch als ein gesellschaftliches Mittel, um miteinander das Mitgefühl zu teilen. Fasten ist eine gute Gelegenheit für die Privilegierten Essspenden an die weniger Begünstigten  zu geben und so wenigsten für einen kurzen Moment ihre Notlage zu lindern.

 


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2 Gedanken zu “Fasten- die Bedeutung des Fastens im Hinduismus.

    • Skyhen Autor des Beitrags

      Vielen Dank! Man könnte noch ergänzen, daß Kleinkinder, wenn sie krank sind, automatisch auf Nahrung verzichten. Wenn man diese natürliche Körperreaktion nicht stört, werden sie auch viel schneller gesund.