Veden


Hinduismus und die Veden.

Indiens Religion ist bei weitem einfacher zu verstehen, als es zunächst den Anschein haben könnte.
Zunächst ist klar zu stellen, daß die Bezeichnung “Hinduismus” vom Alexander dem Großen stammt, der das Volk jenseits des Flusses “Indus” so nannte.

Der Hinduismus müsste vielleicht “Vedismus” heißen, da sich sein Wissen aus den Veden speist, den heiligen Schriften Indiens, die vor vielen Jahrtausend Jahren von Weisen aufgeschrieben wurden. Traditionell wird der Hinduismus aber sanatana dharma genannt.
Veda bedeutet so viel wie “Wissen”. Es gab ursprünglich ein einziges Veda, das Yajur Veda, das später in  Rig- Veda, Sama- Veda,  Yajur- Veda und Atharva- Veda aufgespalten wurde. Die Vedas wurden im Sanskrit aufgeschrieben.

Neben den Veden gibt es auch noch zahlreiche “puranas“, die die Ergänzungen zu den Veden darstellen.

Es gibt desweiteren zwei große historische Eppen, einmal das “Ramayana” und die “Mahabharata“.
Die Geschichten um Ramayana handeln vom Rama, einem edlen Helden, der eigentlich eine Inkarnation von Gott ist und in menschlicher Form bestimmte Aufgaben zu meistern hat. So wird er unter anderem für mehrere Jahre in die Verbannung geschickt und besiegt einen Dämon, der zu jener Zeit über Sri Lanka geherrscht hat.

Die puranas und das Mahabharata werden als das fünfte Veda bezeichnet.

 

Inkarnation.

Die indische Religion (Religion heißt  dharma– Pflichten) lebt grade zu von Inkarnationen von Gott, Halbgöttern oder anderen großen, edlen Seelen, wie zBs den mahatmas, die auf die Erde kommen (inkarnieren/reinkarnieren), um die Menschen an das Ziel des Lebens wieder zu erinnern.

Eine solch mächtige Inkarnation soll vor etwa 5000 Jahren geschehen sein. Damals inkarnierte der Gott Krishna und verkündete, weil die vorangegangene Schülerkette unterbrochen wurde, das mächtige Werk Bhagavad Gita, das bis heute in Indien gelesen wird und auch den Weg in den Westen vor Jahrzehnten gefunden hat. Sein erfolgreichster Verbreiter war Bhaktivedanta Swami Prabhubada, der die Gita sowie viele andere indische Schriften übersetzt und zum besseren Verständnis großzügig kommentiert hat.

Bhagavad Gita bedeutet “Der Gesang Gottes”. Es wurde vor 5000 Jahren zu Beginn einer gewaltigen Schlacht um das rechtmäßige Erbe eines Königreichs verkündet und findet in der Form eines Dialoges  zwischen dem inkarnierten Gott Krishna und Arjuna statt.
In diesem Gespräch wird Arjuna, der angesichts eines bevorstehenden Massakers auf beiden Seiten weiche Knie bekommt und um nicht töten zu müssen, lieber in den Wald gehen möchte, darüber aufgeklärt, was das Leben ist und welche Pflichten die Menschen haben. Dabei spielt auch die jeweilige Kasten Zugehörigkeit eine Rolle. Da Arjuna zur Kaste der Krieger gehörte, war es seine Pflicht zu kämpfen. Aber so einfach ist das Buch nicht, sondern eröffnet eine gewaltige Wissensquelle. Es ist eine Art Zusammenfassung der Veden für das aufkommende Kali Yuga Zeilter, an dessen Schwelle die Gita gesprochen wurde.

Die vier Kasten.

Das Kastensystem wird bis heute in Indien praktiziert, wobei es jedoch immer mehr zu Spannungen führt. Die vier Kasten Ordnung ist eigentlich eine intuitive Ordnung, die man in jeder Gesellschaft vorfindet. In Indien jedoch wird sie als ein Geburtsstatus festgelegt, aus dem man lebenslang nicht heraustreten kann, auch wenn man sich entwickelt. Die vier Kasten sind folgend aufgegliedert und richten sich nach den jeweiligen Aktivitäten, zu denen sich die Menschen natürlich hingezogen fühlen:
Die Kaste der Intelligenten(Brahmnen), der Verwalter(Kshatria), der Produzierenden(Vaishya) und der Arbeiter(Shudra).
Zu Guter letzt hat sich noch unterhalb der Arbeiter die “Unberührbaren” Kaste eingeschlichen. Diese ist heutzutage zum Beispiel für die Beseitigung vom auf den Straßen liegengebliebenen Tierkadaver verpflichtet. Keine andere Kaste würde eine Berührung mit dem Kadaver riskieren, um die negative Energie auf sich zu laden und so sind auch die Menschen, die solche Arbeiten ausrichten zu “Unberührbaren” geworden.
Die Familien Kaste also, in der man geboren wird, bestimmt in Indien überwiegend die eigene Kastenzugehörigkeit.
In vielen Schriften wird diese Form des Kastensystems nicht in dieser Form ausgelegt. Die Aktivitäten, zu den man sich hingezogen fühlt, bestimmen die Kastenzugehörigkeit. So kann in einer höheren Kaste auch ein Shudra geboren werden oder aus einer Shudra Kaste ein Brahmane hervorkommen. Ursprünglich war dieses Kastensystem keineswegs wertend gedacht, es richtete sich lediglich nach den Aktivitäten des jeweiligen Individuums, das, wenn es die jeweiligen Kasten Pflichten ausführte, sich läutern konnte, um auf dem Weg der Selbstverwirklichung emporzuklettern.
Mit jedem Grad der Läuterung von materieller Anhaftung entwickelt das Individuum feinfühligere Sinne und wird empfänglicher für spirituelles Wissen.

Der gesellschaftliche Fokus auf abwertende Diskriminierung der Kasten nach Unten hin  ist ein Symptom des Kali Yuga. Es sind lediglich unterschiedlich wirkende Energie Formen, die alle eins gemeinsam haben- sie müssen geläutert werden. Jede Kaste hat dafür vorgeschriebene Pflichten zu erfüllen.

Die “Gottgeweihten” gehören zu keiner Kaste mehr dazu und sind somit auch von den jeweiligen Pflichten, die jede Kaste mit sich bringt, befreit. Sie haben eine direkt Verbindung zu Gott und nehmen nur von dort ihre Weisungen entgegen.

Die vier Yugas- Zeitalter.

 Es gibt laut den Veden vier Yugas, also Zeitalter, die sich in der Qualität gewaltig unterscheiden. Das Kali Yuga, in das wir vor 5000 Jahren eingetreten sind, ist das dunkelste Zeitalter und wird das Zeitalter des Streites genannt. Ein Menschenleben dauert nur ganz kurz, grade mal 100 Jahre und allgemein herrschen Laster und Lügen vor.
Das erste Yuga, das goldene Zeitalter, ist das Satya Yuga. Damals lebten die Menschen 100 000 Jahre und Meditation war das dharma, um zu Gott zurück zu kehren. Danach folgte das Treta Yuga, das Silber Zeitalter. Die Menschen wurden 10 000 Jahre alt und führten komplizierte Opferzeremonien aus, um sich zu läutern. Vor dem Kali Yuga gab es das Dvapara Yuga. Die Menschen wurden 1000 Jahre alt und die Verehrung Gottes war das ausgeführte Dharma. Der Gott Rama, um den sich das Ramayana rankt, inkarnierte in diesem Zeitalter. Wenn wir uns an die Bibel erinnern, so wurden auch dort Lebenspannen von 1000 Jahren beschrieben.

Hinduismus

Veden

Spirituelle Welt und materielle Welt.

Es gibt laut den Veden eine grundlegende Aufteilung der existierenden Welten in spirituelle Welt und materielle Welt. In der spirituellen Welt wirken die inneren Energien Gottes und in der materiellen Welt die äußeren Energien Gottes.
Die Rückkehr zur spirituellen Welt sollte das Hauptmotiv jeglicher religiöser Aktivitäten sein- die Selbstverwirklichung mit Hilfe der vedischen Schriften.
In der materiellen Welt befinden sich unzählige Universen und in allen Universen tummeln sich unzählige Lebewesen- vom Brahma, dem ersten und höchsten Lebewesen bis zu einer unbedeutenden Ameise. (Laut Gita sind es exakt 8 400 000 Lebewesen im gesamten Universum). Alle Lebewesen streben die Befriedigung ihrer Sinne an, was der Grund für unsere materielle Verstrickung ist und bekommen die Gelegenheit dies in den unterschiedlichen Körpern auszuleben. Der subtile Geisteszustand beim Verlassen des Körpers (Tod) formt den nächsten Körper, in dem wir wiedergeboren werden. Um höhere Planeten zu erreichen und so höhere Genüsse zu erleben, müssen die Menschen sich Opfern unterziehen. Da alles der Ursache und Wirkung untersteht, Karma genannt, kann ein Lebewesen auch auf einen niedrigeren Zustand sinken.

Die indische Götter Vielfalt- einfach Zusammengefasst.

In der spirituellen Welt residiert der Ursprüngliche, der Eine Gott ohne einen Zweiten, der Ursprung und Kreator alles Möglichen.
Er erschuff die materielle Welt und beauftragte hochentwickelte Lebewesen, wie  Brahma, Vishnu oder Shiva, die eigentlich seine Teilmanifestationen sind, die Welten zu verwalten. Diese Halbgötter werden bei uns fälschlicherweise als Götter verstanden, was zu dem Mythos der unübersichtlichen Vielgötterei Indiens führt. Die Halbgötter haben unermäßliche Kräfte, können jedoch dem Menschen keine Befreiung gewähren (außer Vishnu) und müssen, obwohl Ihre Leben unvorstellbar lang sein können, dennoch auch eines Tages sterben, weil sie ein Teil der materiellen, äußeren Energie Gottes sind, die entsteht und auch wieder vernichtet wird (im Gegensatz zur spirituellen Welt, die ewig existiert). Man kann sie anbeten, um ihrer Zuständigkeit entsprechend Segnungen zu erhalten, aber das wird nicht empfohlen, da es das Lebewesen lediglich länger an die materielle Welt und wiederholte Wiedergeburten  knechtet, die mit den drei Leiden in Verbindung stehen.

Wenn man die vedischen Schriften und ihre Ergänzungen liest, bekommt man eine Ahnung wie betriebsam es im Universum zugeht!